Was stellt euer Logo dar, bzw. was bedeutet es?

Unser Logo ist eine Nachzeichnung, ein Zitat der Steinernen Blume von Jasenovac des serbischen Künstlers Bogdan Bogdanović. Sie wurde 1966 als ein Zeichen des Gedenkens an die Opfer des größten Vernichtungslagers der Ustaša aus Stahlbeton errichtet und in dessen symbolisches Zentrum gesetzt.

Wer ist der Veranstalter des Treffens auf dem Loibacher Feld?

Der Bleiburger Ehrenzug. Bei diesem Verein handelt es sich um einen "rechtsextremistischen Verein mit stark revisionistischer beziehungsweise geschichtsklitternder Tendenz. Das Treffen im Andenken an den faschistischen NDH-Staat ist mittlerweile zum größten Neonazitreffen in Europa geworden" (Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands auf http://www.derstandard.at, 17.05.2016). Das wurde auch im ORF-Report vom 23.05.2017 und zahlreichen anderen Print- und Onlinemedien hinreichend dokumentiert.

Was läuft jährlich auf dem Loibacher Feld bei Bleiburg/Pliberk ab?

Jedes Jahr im Mai treffen sich dort tausende (2017: 15.000, 2015 sogar 30.000) Menschen, um der angeblichen Opfer des »Massakers von Bleiburg« zu gedenken, also der Ustaša, der Wehrmachts- und SS-Angehörigen, Domobranen, Četniks usw. Der beharrlich gepflegte Mythos besagt, dass es auf diesem Feld zu einem Massaker an diesen gekommen sei. Bei den sich Versammelnden handelt es sich um eine Mischung aus (Neo-)Nazis, FaschistInnen, kroatischen PolitikerInnen, (Neo-)Konservativen, kirchlichen Vertretern, etc. – was sie alle eint, ist der Geschichtsrevisionismus. Es gibt eine Prozession sowie einen Gottesdienst am Gedenkstein am Loibacher Feld/Libuško polje, Bierzelte, Verkaufsstände, usw. Unter der untätigen bis wohlwollenden Beobachtung und Unterstützung der österreichischen Behörden wird hier des faschistischen Unabhängigen Staates Kroatien (Nezavisna Država Hrvatska, NDH – ein von 1941 bis 1945 bestehender Vasallenstaat der Nazis) und der Ustaša gedacht, die einen Ausrottungsfeldzug vor allem gegen serbische Menschen, jüdische und andere Minderheiten sowie gegen antifaschistisch orientierte kroatische Menschen führten und Vernichtungslager (das berüchtigste in Jasenovac) betrieben. Gleichzeitig werden auf dem Loibacher Feld/Libuško polje auch kroatische Veteranen der Jugoslawienkriege gefeiert (siehe auch https://www.no-ustasa.at/faq).

Was ist eigentlich am Loibacher Feld in den ersten Tagen nach dem Zweiten Weltkrieg passiert?

Im Mai 1945 flohen Ustaša und ihre SympathisantInnen, Wehrmachts- und SS-Angehörige, Domobranen, Četniks etc. vor der vorrückenden jugoslawischen Befreiungsarmee. Sie wollten ihr nicht in die Hände geraten, da sie – in vollem Bewusstsein ihrer Verbrechen – mit Racheaktionen rechneten, und drängten auf österreichisches Territorium bzw. auf von den Briten befreites Gebiet, um sich diesen zu ergeben. Die Kapitulation wurde jedoch nicht akzeptiert, sie wurden am Loibacher Feld/Libuško polje entwaffnet und der jugoslawischen Armee übergeben, die auf der Seite der Alliierten gegen die Nazis gekämpft hatte. Die Gefangenen wurden nach Jugoslawien verbracht, auf dem Weg dorthin beziehungsweise auf jugoslawischem Gebiet wurde ein Teil von ihnen getötet, ein Teil wurde vor Gericht gestellt, ein Teil nach Hause geschickt.

Warum unterstützen Repräsentanten der kroatischen katholischen Kirche bzw. der kroatischen Bischofskonferenz die Veranstaltung des Bleiburger Ehrenzugs am Loibacher Feld?

Weil ein bedeutender Teil der katholischen Kirche in Kroatien – von Feindschaft gegen die orthodoxe serbische Konkurrenz getrieben – mit den Ustaša liiert war, als Feind der kroatischen antifaschistischen Bewegung handelte und bis auf den heutigen Tag nicht bereit ist, aus dem Schatten dieser Vergangenheit zu treten und das in seinem Sinn verstandene Katholische mit dem Kroatischen gleichsetzt. Damit grenzt sie den antifaschistisch orientierten Teil der katholischen Bevölkerung in Kroatien aus.

Warum toleriert die österreichische Regierung das Treffen auf dem Loibacher Feld, obwohl es eindeutig dem antifaschistischen Auftrag des Österreichischen Staatsvertrags und der Verfassung widerspricht?

Erstens, weil ein Verbot der Veranstaltung des Bleiburger Ehrenzugs Teil die ÖVP-Führung in Widerspruch zur populistischen HDZ (Hrvatska demokratska zajednica, Kroatische Demokratische Union) bringen würde. HDZ-Politiker machen dem Bleiburger Ehrenzug ebenso die Mauer wie rechtsgerichtete Vertreter des kroatischen katholischen Klerus. ÖVP und HDZ sind beide Mitglieder derselben EU-Fraktion (EVP – Europäische Volkspartei). Zweitens, weil über die FPÖ der lange Arm der Neofaschisten, deutschnationalen Burschenschaften und Identitären direkt in die Regierung hineinreicht und folglich keine Bereitschaft vorhanden ist, verfassungskonform im Sinne des antifaschistischen Auftrags zu handeln.

Was werdet ihr machen, wenn die Regierung die Veranstaltung des Ehrenzugs auch weiterhin toleriert?

Den politischen Druck im Land, in der Alpen-Adria-Region und europaweit erhöhen. Bis der Spuk ein Ende hat.

 

Weitere FAQs auf: https://www.no-ustasa.at/faq/